Häufig gestellte Fragen:

Meine Leser stellen mir immer wieder Fragen und bekommen auch persönliche Antworten von mir.

Ich werde hier nach und nach häufig gestellte Fragen, natürlich anonymisiert, einstellen und die Antworten, um Sie, die Besucher meiner Homepage an diesen Fragen und Antworten teilhaben zu lassen.

Ich freue mich auch weiterhin auf und über Nachrichten und Briefe und Kommentare und Gästebucheinträge von Ihnen.

04/12

Können sie mir helfen? Können sie mir nicht sagen ob ich eine HSP bin?

Sehr geehrte Frau Nebel,

mein Name ist J....., ich bin 22 Jahre jung und in einem seelischen Dilema.
Vor drei Jahren stieß ich das erste Mal wie vom Schicksal geführt auf das Thema "HSP". Damals bestellt ich mir das Buch Zart besaitet von Georg Parlow und lass es sehr interessiert.
Vor einigen Tagen holte ich mir zusätzlich noch ihr Buch welches auch sehr interessant ist.
Das Problem ist dass ich mich schon immer anders fühlte und auch viele Eigenschaften welche für HSP sprechen besitze. Aber ich habe Angst mich ganz auf die Idee einzulassen dass ich zu den HSP gehöre weil ich schon mein Leben lang nach dem Suche was ich bin.
Als ich auf HSP stieß war ich erstmal erleichtert da ich dass Gefühl hatte endlich angekommen zu sein, nicht alleine zu sein und verstanden zu werden.
Aber kurz danach kamen mir auch schon viele Zweifel und Ängste, was wenn ich doch nicht dazugehöre aber es passt doch einiges so sehr? Geht die Suche dann wieder von vorne los? Insgeheim hatte ich mich mit der Vorstellung, HSP zu sein sehr angefreundet da diese Gabe zwar Schattenseiten aber dafür auch unendliche Lichtseiten aufzuzeigen hat aber nun habe ich Angst und distanziere mich von der Idee HSP zu sein um einer eventuellen Enttäuschung, falls ich nicht dazu gehöre zu entgehen.
Können sie mir helfen? Können sie mir nicht sagen ob ich HSP bin? Oder könnten mir dies auch aurassehende Menschen sagen?

Diese Ungewissheit quält mich, sie geht mir kaum mehr aus dem Kopf und dabei wollte ich endlich auch einmal das Gefühl von Erleichterung und die Gewissheit haben wozu zu gehören und nicht weiterhin alleine sein.

Auf eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

alles Liebe

Liebe J.....,

es ist etwas ganz Besonderes, und zeugt von großer Tiefe, Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit, dass Sie auf der Suche waren und auch weiterhin sind, und sich schon mit 22 Jahren gefunden haben.
Ich verstehe Sie sehr gut, dass Sie nun auch hinterfragen.
Es gibt für nichts DIE ABSOLUTE GARANTIE!

Auch die Bezeichnung Hochsensibilität ist nur eine Zusammenfassung von Eigenschaften, die Menschen wie Sie und ich und erstaunlich viele andere aufweisen. Ich verstehe, dass Sie eine Sicherheit haben möchten. Auch damit sind Sie nicht alleine.

Hilfreich wäre eine Liste von Eigenschaften, die eindeutig zuzuordnen wären.
Aber, J....., leider gibt es diese Eindeutigkeit (noch) nicht. Jeder Mensch hat verschiedenste Eigenschaften, auch die Hochsensiblen. Normalsensible Menschen haben teilweise auch diese Reizüberflutung, in extremen Lebenssituationen, und mancher hochsensible Mensch kommt von Zeit zu Zeit mit Situationen klar, an denen ein Normalsensibler voll gescheitert wäre.

Niemand, auch kein Test kann Ihnen wirklich eine Garantie geben. Zumal Tests manipulierbar sind, und das wiedergeben, was man selbst sich wünscht als Ergebnis.

Es ist ja nicht so, dass sich die Welt aufspaltet in HSP und nicht-HSP. Sie müssen nicht irgendwo dazugehören. Es ist nicht, wie in einem Bandenkrieg, wo die Einen die Anderen bekämpfen, entschuldigen Sie das banale Beispiel.

Sehen Sie es doch wie zwei Fischteiche, die mit einem Bach verbunden sind. Jede von den beiden Fischarten hat sein Revier, aber sie können einander gegenseitig besuchen und eine schöne Zeit haben, sie können sogar Freundschaften und Beziehungen eingehen, aber wenn es genug ist, können sie sich wieder zurückziehen und mit ihresgleichen sich austauschen und auf ihre jeweilige Art Kraft tanken.

Um bei dem Beispiel mit den Fischen zu bleiben. Karpfen und Goldfische. Normalsensible und Hochsensible. Diese beiden Fischarten können sich vermischen und dann entstehen lauter Zwischenformen. Manche haben mehr vom Goldfisch, manche mehr vom Karpfen. Jeder ist etwas ganz Besonderes, aber man wird nie mehr sagen können: Der ist NUR hochsensibel (Goldfisch) oder NUR normalsensibel (Karpfen). Der eine ist eben mehr Goldfisch, wie Sie vielleicht, der andere weniger, wie vielleicht Ihr Arbeitskollege, oder Nachbar, der Sie mit seiner Dickhäutigkeit nervt.

Ganz wichtig. Das alles ist nicht wertend. Keiner ist besser oder schlechter, jeder hat seine Bestimmung, und die zu finden ist seine Aufgabe. Wenn Sie, J....., sich als hochsensibel empfinden und auch die wundervollen Eigenschaften davon kennen und schätzen, dann freuen Sie sich und machen etwas daraus! Wenn Sie eines Tages etwas herausfinden über sich, was über die Erklärung Hochsensibilität noch hinaus geht, und Ihnen noch genauer zeigt, wer Sie sind, werden Sie auch da wieder Gleichgesinnte finden. Denn das Leben ist immer wieder Bewegung.

VG Jutta Nebel

07/10

Hochsensibilität erkannt, und nun ?

Guten Tag

Ich glaube, ich bin selbst hochsensibel, da Vieles mich anspricht.

Was sind die Symptome, die solche Menschen haben könnten, wenn sie das (noch) nicht richtig verarbeitet haben?

Vielen Dank, Grüsse aus...

Hallo ...

Ich glaube, ich weiß, was Sie meinen, aber ob man das als Symptome bezeichnen kann...
Ich selbst habe es erlebt, als eine Mischung aus Freude: Endlich weiß ich, dass ich nicht die Einzige bin, die so fühlt. Da fielen mir ganze Lawinen vom Herzen, nicht nur einzelne Steine...
und Trauer darüber, dass ich es nicht schon früher erfahren durfte, dass ich in der Zwischenzeit soviel Leid erfahren musste, weil ich immer wieder erfahren musste, wie anders ich doch war, als all die anderen Menschen.

Natürlich war ich ganz vereinzelt anderen Kindern wie mir begegnet. Aber diese waren genauso unglücklich wie ich gewesen. Und wir waren einfach nicht in der Lage, uns zusammenzutun und zu sagen: "Wir sind zwar anders als ihr, aber wir sind auch wer!"

Das Verarbeiten selbst besteht dann, oder bestand für mich in Nachforschen, Suche nach Lektüre, nach Austauschmöglichkeit. Lektüre gibt es nun immer mehr, Austauschmöglichkeit in den größeren Städten in Form von Gesprächskreisen, ich selbst werde künftig einen in Darmstadt anbieten, sobald ich Räumlichkeiten gefunden habe.
Verarbeiten kann aber auch bedeuten, mithilfe eines geeigneten Therapeuten seine bisherige Situation anzuschauen, die Verhaltens-Muster zu betrachten, die im Laufe all der Jahre entstanden sind und zu sehen, ob diese nun eher hinderlich sind, und sie gegebenenfalls zu ändern.

Viele Grüße
Jutta Nebel

07/10

...Hochsensibilität als Konzept...

> Liebe Frau Nebel,

> Einerseits, laut Beschreibungen und Onlinetest (u. eigener Einschätzung), bin ich klar Betroffene.

> Andererseits ist meine intellektuelle und wissenschaftsorientierte Seite äußerst kritisch gegenüber einem Konzept, > das bisher ausschließlich auf Gedankenmodellen - ohne naturwissenschaftlich klassischen Nachweisen beruht...

Liebe Frau...

danke für Ihren Brief.

Ich verstehe Ihren Einwand: Das Fehlen der naturwissenschaftlich klassischen Nachweise.

Diese vermisse ich manchmal auch. Das würde soviel erleichtern. Es wäre dann "beweisbar", dass ein Betroffener hochsensibel ist. Diesen Beweis erhoffen sich so viele mit dem Test. Doch das ist ein anderes Thema.

Um aus einem Gedankenkonzept etwas wissenschaftlich nachgewiesenes zu machen, muss das Konzept erst einmal eindeutig und tragfähig sein.
Doch die Erscheinungen, die mit Hochsensibilität einhergehen, oder aus ihr resultieren, sind so vielfältig und uneindeutig, dass es unmöglich erscheint, eine Schublade zu füllen mit festen Bestandteilen der HS, und diese mit dem Etikett HSP zu bekleben.

Da tauchen oftmals Aspekte und Symptome auf von psychischen Störungen, also sozusagen Nachbarschaftsbeziehungen, Verknüpfungen.

Viele Hochsensible zeigen Symptome von Sozialphobie, Neurosen, Angsterkrankungen...
Selbst diese sind wissenschaftlich nie ganz eindeutig und ausschließlich zuzuordnen, es gibt zu viele Überschneidungen, fragen Sie mal einen Psychologen, ob er eine bestimmte Neurose eindeutig zuordnen kann, zu groß ist die Verschiedenheit der Ausprägungen.

Ich möchte hiermit Hochsensibilität nicht als Krankheit hinstellen. Ich sehe sie als wahrscheinlich erworbene Sensibilisierung des Nervensystems, mit dem Resultat, Reize, die unrelevant sind, nicht mehr ausfiltern zu können
Die dadurch stattfindende Reizflut und die mangelnde Einfühlsamkeit und Akzeptanz des Umfelds führt dann oft zum übermässigen Rückzug, zur Depression, zu Ängsten...

Der daraus folgende Mangel an Erfolgserlebnissen im täglichen Umgang mit anderen Menschen, die Verunsicherung tun ihr Übriges.

Also ist nicht die Hochsensibilität das Problem, sondern die daraus folgenden Verhaltensweisen, die sicher einmal im Rahmen des Selbstschutzes ihre Berechtigung hatten, doch irgendwann einmal überprüft und vielleicht geändert werden dürfen. Sonst werden sie für den Betroffenen zum Korsett, mit dem er sich selbst behindert.

Viele Grüße, Jutta Nebel

01/10

... Wo finde ich Hilfe? ...

Sehr geehrte Frau Nebel,
>
> Ihre zwei Bücher habe ich mit großer Begeisterung und großem Interesse gelesen. Dank Ihnen habe ich endlich verstanden, wer ich bin und was mit mir los ist. Endlich verstehe ich, was ich mein ganzes Leben empfunden habe und warum ich mich immer als ein Außenseiter fühlte.
>
> Sehr schwierig fallen mir den Umgang mit Emotionen und Erinnerungen, die mir stark betreffen und starke Gefühle hervorrufen. Ich dachte immer, diese starken Gefühle wären ganz normal und ich konnte nicht verstehen, wie andere Menschen so leicht damit umgehen konnten. Jetzt sehe ich ein, dass es mit der Hochsensibilität zu tun hat. Auch das Gefühl, dass keiner mich versteht, ist bei mir ausgeprägt.
>
> Diese Erkenntnisse haben viel in mir ausgelöst und hätte gern jemand, mit dem ich dies besprechen könnte. Kennen Sie Psychotherapeuten, Heilpraktiker oder Ähnliche, die sich mit diesem Thema befassen? Vorzugsweise im Raum Bielefeld. Oder wissen Sie, wo ich mich darüber informieren kann?
>
>
> Mit freundlichen Grüßen
...

Liebe Frau ...

Hier erstmal ein link mit Adressen in den jeweiligen Bundesländern. Ich weiß nicht, ob da auch Psychotherapeuten dabei sind, ein großer Teil werden Menschen sein, die Informationen zur Hochsensibilität weitergeben möchten. Sie müssten, nachdem Sie den link aufgerufen haben, auf der linken Menüseite den Punkt Lokale Kontakte aufrufen.

http://www.hochsensibel.org/start.html

Ich weiß, dass Psychologen, die Gesprächs-und Verhaltenstherapie anbieten, auch auf Hochsensibilität eingehen, wenn man sie darauf anspricht. Denn viele Menschen, die sich aufgrund von belastenden Situationen wie auch in meinen Büchern beschrieben, Hilfe suchen, weil sie alleine nicht weiterkommen, haben Überreizungssymptome.

Natürlich muss man auch da sich die Mühe machen und vorher, vielleicht telefonisch mit dem jeweiligen Therapeuten sprechen und sein Anliegen schildern. Ich weiß, dass noch nicht so viele Psychologen etwas mit dem Begriff Hochsensibilität an sich anfangen können, aber sie kennen die Erscheinungen, die in diesem Zusammenhang auftreten können bei Überlastung, Stress und auch, wenn sich alte Gefühle wieder melden, und sie können helfen, zu lernen, damit umzugehen ...

Ich finde es sehr vernünftig, dass Sie sich Hilfe suchen wollen. Hoffentlich hilft Ihnen die angegebene Liste, oder der Tipp, sich einen Psychotherapeuten zu suchen, weiter. Sie können bei Ihrem Hausarzt ansprechen, dass Sie Hilfe brauchen und ihn bitten, eine Überweisung zum Psychotherapeuten zu schreiben. Ihre Krankenkasse schickt Ihnen auf Anfrage eine Liste zu.

Das klingt jetzt alles nach Krankheit, aber es geht darum, dass Sie Hilfe suchen und ein Anrecht darauf haben.

Viele Grüße
Jutta Nebel

... Ich habe gehört, Handystrahlung belastet Hochsensible ...

Zu dieser Frage habe ich einen sehr interessanten Artikel gefunden, der keine Angst machen soll, sondern zum bewussteren Umgang mit den entsprechenden Geräten anregen kann: Bitte Link anklicken.

Mobilfunkschäden

11/09

... Wie komme ich mit Lärm besser zurecht? ...

Liebe Frau Nebel,
>
> ich freue mich, endlich etwas über mich bzw. meine Empfindlichkeit in Ihrem Buch gefunden zu haben. Vielen, vielen Dank! Es ist schön, dass Sie auch für Fragen zur Verfügung stehen. Ich bin zur Zeit wegen einer schweren Depression krankgeschrieben, aber so langsam auf dem Weg der Besserung. Eines meiner größten Probleme ist die Lärmempfindlichkeit. Wir wohnen zwar in einer ländlichen Gegend, aber an einer stark befahrenen Straße (auch viele LKW). In unserem Mehrfamilienhaus stecken ca. 15 Jahre harte Arbeit und sehr viel Geld. Der Lärm stört mich aber so, dass meine ganze Lebensfreude darunter leidet und ich schon oft ernstahft über einen Umzug in eine Mietwohnung nachgedacht habe, obwohl ich ja auch nicht weiß, was mich dort an Lärm erwartet. Meinen Mann und die Kinder und auch meine Schwiegereltern stört der Lärm nicht so wie mich. Können Sie mir vielleicht aufgrund Ihrer Erfahrungen sagen, ob für meine Gesundheit ein Umzug in eine ruhigere Gegend besser wäre? Dankeschön im Voraus für Ihre Antwort!
>
> Liebe Grüße und alles Gute für Sie
...

Liebe Frau ...

danke für Ihr feedback.

Ich kenne Ihr Lärmproblem aus eigener Erfahrung sehr gut. Ich wohne auch ländlich, aber um uns rum geht es sehr lebhaft zu. Das wussten wir alles nicht beim Besichtigen der Wohnung und beim Einzug. Dazu kommt, dass wir in einem Anwesen mit 6 ständig wechselnden Mietparteien leben und eine psychisch kranke Mieterin auch allerhand Unheil anrichtet mit nächtlichen lauten Singaktionen, Türenschlagen (wir schlafen über dem Torhaus)... Ich könnte Seiten schreiben.

Mein Impuls war, und ist auch heute manchmal noch: nix wie weg!

Aber man weiss nicht, ob man dann die ersehnte Ruhe bekommt. Gesetzt den Fall, man kann sich ein Häuschen in Feld-oder Waldrandlage leisten --, dann hat man die landwirtschaftlichen Fahrzeuge am Hals, hört Elektrozäune surren (ich höre sie und fühle das unter der Schädeldecke)....

Im Laufe des letzten Jahres habe ich mich stark damit auseinandergesetzt und gefunden, dass diese Dinge, wie Lärm, die uns aus der Fassung bringen, eigentlich "nur" der letzte Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Das bedeutet im Klartext: Wie halten wir unser Fass möglichst leer? Wie halten wir Reize klein? Ersteinmal die äußeren, wie Elektrosmog aller Art, da müssen wir uns nur einiges bewusst machen, womit wir uns umgeben, was wir uns zumuten, und was wir abstellen wollen und können.

Dann die inneren Reize, wenn wir uns dauernd überfordern (lassen), wie wir lernen können uns abzugrenzen, wobei es da erstmal sinnvoll ist, herauszufinden: Wo liegen meine Grenzen?

Dann, wenn wir schon auf dem Weg nach innen sind: Wie nehme ich die Welt wahr, wie meine Kontakte. Fühle ich mich nicht wertgeschätzt, halte ich mich für schwach? Für ein Opfer?

Denn Erlebnisse aus der Vergangenheit sind Filter unserer Wahrnehmung heute.

Manchmal ist es sinnvoll, alte einschränkende Muster aus der Vergangenheit noch einmal anzusehen und zu hinterfragen, denn auch sie bringen uns Stress in unser "Reizfass".

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lege ich Ihnen mein neues Buch

Hochsensible voll im Leben. Das HSP-Arbeitsbuch

ans Herz. Ich glaube, da beantworten sich viele Fragen, die ich Ihnen hier in diesem Rahmen nicht beantworten kann.

Es kommt im August heraus, auch wenn viele Versandbuchhandlungen irrtümlich den Oktober angeben. Falls Sie es im Buchladen bestellen lassen wollen, lassen Sie bei Amazon nachschauen, da steht der tatsächliche Liefertermin!

Herzliche Grüße
Jutta Nebel

Jutta Nebel 07/09

... (Was) hat Hochsensibilität mit Esoterik zu tun? ...

Kürzlich bekam ich in einem Forum für Esoterik, das auch mein Buch besprochen hatte, folgende Frage gestellt:

"was jetzt hochsensibilität mit esoterik zu tun haben soll, ist mir schleierhaft. mit genau solchem auftreten werden wir doch viel eher in diese schublade gesteckt. etwas mehr abstand dazu wäre hilfreich für die betroffenen!"

Dieser Kommentar hat mich sehr nachdenklich gemacht und ich habe auch andere Menschen dazu befragt.

Der Begriff Esoterik ist, glaube ich, nicht einheitlich definiert.

"Geheimlehre, die nur einem inneren Kreis zugänglich ist", ist eine Definition, die mir begegnet ist.

Damit hat Hochsensibilität wirklich nichts zu tun! Sie hat nichts geheimnisvolles, mystisches an sich.
Es handelt sich einfach um eine neurologische Besonderheit, die laut Elaine N. Aron 15-20% der Menschen wohl schon seit es Menschen gibt, haben. Selbst bei Tieren wird diese Quote beobachtet.

Nun werden seit einiger Zeit Kinder mit den Symptomen von AD(H)S, die Schnittmengen mit den Symptomen von HS (Hochsensibilität) aufweisen, als Indigokinder, Kristallkinder, und dergleichen mehr ausgewiesen und als "Übergangskinder, Kinder einer neuen Zeit" und ähnliches bezeichnet.
Wer daran glauben möchte, dem bleibt dies unbenommen.

Aber die Tatsache, dass es Hochsensibilität, und die Erscheinungen, die man heute mit ADS und ADHS bezeichnet, schon immer gegeben hat, spricht gegen diese Weltrettertheorie.

Hochsensible sind nichts Besonderes, und die meisten wollen es auch garnicht sein, sie sind nur besonders empfänglich.
Auch für Feinstoffliches, ich meine damit feine Sinneswahrnehmungen. Ein Beispiel:

Ich war kürzlich bei einem Elternpaar eingeladen. Wir saßen im Garten, plötzlich hörte ich ein Baby im Haus leise weinen. Ich machte die Eltern, die wirklich sehr auf ihre Kinder eingehen und sehr liebevoll sind, darauf aufmerksam, und die mussten besonders hinhorchen, ehe sie es auch hörten. Bekanntlich hören Eltern ihren Nachwuchs als erste, weil sie auf deren Geräusche eingespielt und eingestimmt sind.

In meinem ersten Buch: Wenn du zu viel fühlst..., schildere ich Naturerlebnisse, die von der besonderen Gefühls- und Erlebensintensität der Hochsensiblen zeugen. Da empfinde ich auch die Begegnung mit dem Wind in einer besonderen Weise, als sei er eine Wesenheit. Auch meine Lebenseinstellung, dass alles, was geschieht, seinen Sinn und seinen Zweck hat und zu einer besonderen Einsicht führen kann, wenn man dafür offen ist, könnte man, wenn man möchte, der heute verbreiteten Esoterik, die wohl nichts mehr mit oben definierter Geheimlehre zu tun hat, zuordnen.

Genausogut kann man dies aber auch rein psychologisch analysieren: Der Wind als Persönlichkeitsanteil meiner Selbst, den ich im Außen erlebe. Und die besagte Lebenseinstellung, die dazu führt, dass ich innere Entwicklung zulasse und vorantreibe.
Dazu förderlich ist das Vertrauen, dass alles seinen Sinn hat.

Es ist, wie es ist!

Ihre
Jutta Nebel
Autorin für Hochsensible

Copyright by Jutta Nebel 06/09

... Kann Homöopathie helfen? ...

Hallo Jutta Nebel,

Sie haben in Ihrem Buch geschrieben, man könne auch sehr gut homöopathisch helfen. Wo kann ich darüber mehr erfahren?
Haben Sie vielleicht hierüber schon etwas geschrieben bzw. wo könnte ich diese Information abrufen?
Vielen herzlichen Dank im voraus.
Liebe Grüße
...

Liebe Frau ...

das weiß ich aus eigener Erfahrung.
Es gibt wahrscheinlich keine Homöopathen, die spezialisiert sind auf Hochsensibilität.
Aber die Natur dieser Behandlungsmethode bringt es mit sich, daß Spezialisierung nicht notwendig ist.
Der Homöopath behandelt keine Krankheit aufgrund ihrer Bezeichnung, sondern er sammelt zusammen mit dem Patienten Symptome. Diese Symptome werden einem passenden Arzneimittelbild zugeordnet, das dann, wenn es genau passt, den Heilungsimpuls setzen kann.
Hochsensibilität wirkt sich ja auch nicht für jeden gleich aus, jeder hat andere Ausprägungen, Symptome, die ihn stören.
Daher braucht jeder ein anderes Mittel.
Ich bin auch zu meinem Homöopathen mit dieser Forderung, dieser Erwartung gegangen und habe ihn gefragt, ob er etwas weiß über HS. Wie die meisten Menschen (leider noch!) wusste er nichts spezielles, aber mit der Zeit wurde mir, was ich oben geschrieben habe, klar!
Ich habe darüber noch nichts zu lesen gefunden, vielleicht bin ich da noch Pionier!
Danke für die Anregung!
Kennen Sie einen guten klassisch arbeitenden Homöopathen in Ihrer Gegend?

Viele Grüße und danke für die Frage
Jutta Nebel

... Antennen abschalten? ...

...und wie bekommt man es in den Griff, wenn man seine hochsensiblen Antennen nicht abschalten kann?
Das ist nicht so einfach zu beantworten!
Das hängt auch ein wenig von der Ursache der Hochsensibilität von Fall zu Fall ab.
Manche Menschen haben ihre Antennen ständig ausgefahren, weil sie es von Kindheit an so gewohnt sind. Möglicherweise lebten sie in einem problembeladenen Elternhaus und mussten ständig "peilen": Wie ist die Stimmung, ist Papa gereizt oder Mama traurig, bin ich jetzt lieber still oder soll ich sie aufmuntern?...
Zu diesem Zweck sind die Antennen eine überaus hilfreiche Einrichtung, wenn sich aber solch problematische Situationen über Jahre hinziehen bleibt das "Peilen" und sich in andere Menschen und Situationen "hineinbeamen" eine Dauereinrichtung.

Dann ist es sicher wichtig und richtig, später, wenn man aus dieser problematischen Situation heraus ist und ein eigenes Leben führt, sich bewusst zu machen, daß die ausgefahrenen Antennen als Dauereinrichtung überholt sind. Man kann sie schon immer mal wieder einfahren, indem man in Situationen, in denen man vertrauen kann und loslassen, bewusst NICHT WAHRNIMMT !

Das sind die ersten Schritte und da gibt es sicher weiterführende Möglichkeiten wie Visualisierungsübungen. Ich arbeite daran, versprochen ...und freue mich auf Nachfragen...

(Juli 2009)

Die Arbeit hat sich gelohnt, das Resultat ist mein zweites Hochsensiblen-Buch:
Hochsensible voll im Leben. Das HSP-Arbeitsbuch.

Es zeigt viele weitere Wege, mit zuvielen (äußeren und inneren) Reizen umzugehn und ist ab August in allen Buchhandlungen erhältlich!

Probleme, aber auch Vorteile durch Hochsensibilität.

Viele Hochsensible fühlen sich durch die Geräusche und andere Reize der Umwelt überfordert und überreizt. Sie wissen meist nicht, daß sie eine besonders stark ausgeprägte Wahrnehmung haben, sie merken nur, daß ihnen schnell alles zuviel wird. Sie sehen leider nur die Belastung, die darin liegt, aber nicht die Gabe, die damit verbunden ist. Eine erweiterte Wahrnehmung bedeutet auch, mehr zu wissen, Informationenbesser verknüpfen zu können, zu durchschauen und vernetzter denken zu können, als weniger Sensible. Hochsensible erfassen Zusammenhänge und ziehen Schlussfolgerungen daraus. Das was andere mühsam lernen müssen, ist ihnen angeboren. Das zu erfahren und zu akzeptieren, macht das bislang schwierig erscheinende Leben einer hochsensiblen Person wieder lebenswerter.

Viele verschiedene Reize gleichzeitig führen oft zu einem chaotisch erscheinenden Muster.
Doch auch was als Chaos erscheint, hat System, man muß es nur erkennen können!

Sie können mir, wenn Sie möchten, eine e-mail schicken unter: HP-Nebel(ät)web.de oder sich über das Kontaktformular weiter unten bei mir melden. (Ihre Anfrage wird hier nicht angezeigt)

Mobilfunkschäden
64_mobilfunkschaeden
64_mobilfunkschaeden.pdf
PDF-Dokument [729.3 KB]

Ihre Formularnachricht wurde erfolgreich versendet.

Sie haben folgende Daten eingegeben:

Contact form

Bitte korrigieren Sie Ihre Eingaben in den folgenden Feldern:
Beim Versenden des Formulars ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Hinweis: Felder, die mit * bezeichnet sind, sind Pflichtfelder.

Druckversion Druckversion | Sitemap
Diese Homepage wurde von Jutta Nebel erstellt. Aktualisiert März 2017